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20. Oktober 2021: Wie verlaufen die ersten Wochen als erstmalig gewählte Abgeordnete?

Das werde ich vielfach gefragt. Ich würde diese Zeit als Zwischenzeitraum bezeichnen, in dem sich alles neu sortiert. Das, was die Arbeit als Abgeordnete charakterisiert, nämlich die parlamentarische Arbeit in der Sitzungswoche, die klar durchstrukturiert ist, hat noch nicht begonnen. Die Kontaktpflege, die Bürgersprechstunden mit den Menschen im Wahlkreis, die Projekte in der Region und die Abstimmung darüber mit den landes- und kommunalpolitischen Abgeordneten und Verantwortlichen in der Verwaltung sowie der kontinuierliche Austausch mit den Vertreter*innen der Zivilgesellschaft, bekommt eine planerische und zeitliche Grundlage.

Dennoch sind wir als neue Abgeordnete politisch und organisatorisch schon voll eingebunden und werden auf dem Weg der Ampelkoalitionsverhandlungen mitgenommen. Wie die politischen Fäden gesponnen werden, versuchen wir aus M-V schnell zu lernen. Die Weichen werden zu Beginn gestellt. Das wissen wir und versuchen uns als Team MV gut aufzustellen.

Im Anschluss daran werden die Ausschüsse vergeben. Am 26.Oktober findet die konstituierende Sitzung des Bundestagtages statt. In der ersten Woche nach den Wahlen war ich in Berlin und habe zwei Fraktionssitzungen erlebt - coronabedingt im Plenarsaal, was mich sehr berührt hat. Diesen bewegenden Moment hat nicht zuletzt unser alter und neuer Fraktionsvorsitzende Rolf Mützenich mit seiner Einführungsrede geprägt.

Wir haben uns erstmalig in der stark vergrößerten sogenannten Landesgruppe Ost getroffen. Die drei verschiedenen Strömungen, die es in unserer Partei gibt, konnten wir „Neuen“ ebenfalls jeweils kennenlernen. Das, was ich in den Einführungsveranstaltungen hinsichtlich organisatorischer und inhaltlicher Fragen gehört habe, setze ich jetzt Schritt für Schritt um: Mitarbeiter*innen für das Berliner Büro und das Rostocker Wahlkreisbüro suchen und einstellen sowie die technische Ausstattung und Anbindung realisieren. Es ist ein riesiger verwaltungsorganisatorischer Akt, den die Mitarbeiter*innen unserer Fraktion und die Bundestagsverwaltung mit uns und den Abgeordneten der anderen Parteien gemeinsam in diesen Tagen stemmen.

Dazwischen Schalten, tageweise Fahrten nach Berlin, Arbeit im Wahlkreisbüro, eine Berliner Wohnung suchen. Hier vor Ort mussten alle Plakate wieder eingesammelt werden. Ich bin nach wie vor dabei, mich für Glückwünsche und Spenden zu bedanken und ich beantworte einen Stapel an Anfragen. Als Partei halten wir noch im November sowohl einen Kreisparteitag ab als auch einen kleinen Landesparteitag, um die die Arbeitsgrundlage der neuen Regierung M-Vs zu bestätigen.

Abschließend: Meine Arbeit als Geschäftsführerin der GEW M-V ruht formal. Praktisch bemühe ich mich bis Ende Oktober/Anfang November, eine gute Übergabe zu realisieren. Ich freue mich auf die kommende Woche und auf die Zeit, die vor mir liegt. Bei alldem lese ich mich ein und schalte zwischen durch ab, genieße den Moment und die Bewegung und höre laut Musik.

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